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27.05.2002
eLearning-Seminar SS 2002
Seite 8
Analysen bestehender virtueller Universitäten
nutzt. Diese Art von virtuellen Universitäten sind zumeist wesentlich weiter losgelöst von den
(klassischen) Gründeruniversitäten, indem z.B. eine eigene Administration eingerichtet wird.
Der Umfang an neuem Lehrmaterial ist unterschiedlich. Während manche virtuellen Ver-
bund-Universitäten lediglich per Hyperlink auf die virtuellen Angebote der einzelnen Grün-
deruniversitäten verweisen, stellen andere ein komplett eigenständiges Angebot zur Verfü-
gung.
Ich möchte aus diesem Bereich ein Beispiel herausgreifen, das auch verdeutlicht, dass nicht
nur Universitäten, sondern auch Fachhochschulen virtualisiert werden können.
Im Herbst 1998 fiel der offizielle Startschuss für die Virtuelle Fachhochschule für Technik,
Informatik und Wirtschaft (VFH), ein Verbund von Fachhochschulen26 und eines der Bundes-
leitprojekte im Hochschulbereich (vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit
42,8 Millionen DM für fünf Jahre gefördert27), unter der Federführung der Fachhochschule
Lübeck. Im Oktober 2001 konnten sich schließlich die ersten Studenten einschreiben, zu-
nächst für den Online-Studiengang Medieninformatik (Bachelor). Der Online-
Weiterbildungsstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen (Diplom) soll zum Wintersemester
2002/03 starten28.
Nach der Immatrikulation an einer der Verbundhochschulen erhalten die Studierenden die
Zugangsdaten für das VFH-Lernraumsystem", die Internetadresse des Lernraumes und das
persönliche Passwort. Etwa zwei Wochen vor Studienbeginn (ab Mitte September) werden
den Studierenden dann die Betreuer vorgestellt, und ihnen wird auch eine freiwillige und kos-
tenlose Einführung in das Lernraumsystem "Blackboard" angeboten. Die Lehrinhalte stehen
im Lernraumsystem permanent zur Verfügung. Über Chats und Newsgroups innerhalb von
Blackboard" haben die Studierenden außerdem die Möglichkeit, mit Kommilitonen und Be-
treuern zu kommunizieren, um Fragen zu klären und in Gruppen Aufgaben zu bearbeiten.
Ca. 20% des gesamten Studiums sind Präsenzphasen an der Hochschule. Dort werden Vor-
lesungsinhalte vertieft, ergänzt, Leistungsnachweise erbracht sowie Laborübungen und Se-
minare durchgeführt. Die Praxisphasen können allerdings teilweise durch die berufliche Tä-
tigkeit ersetzt werden, sofern die ausgeübte, einschlägige Tätigkeit vom Inhalt den Vorga-
ben entspricht29.
Studiengebühren werden für die grundständigen Studiengänge grundsätzlich nicht erhoben.
Es wird jedoch voraussichtlich "Medienbezugsgebühren" geben. Für den grundständigen
Studiengang "Medieninformatik" werden sich diese auf etwa 65,- je Modul/ Studienhalbjahr
belaufen.
Ein Vollzeitstudium umfasst alle sechs Module des Studienhalbjahres; für ein Teilzeitstudium
werden im allgemeinen drei Module/ Studienhalbjahr belegt; es ist aber auch möglich, zwei
oder vier zu wählen. Die Gesamtstudienzeit würde sich dann entsprechend verlängern bzw.
verkürzen. Zusätzlich zu den oben genannten Gebühren" fallen Kosten zur Nutzung des
26
Eine genaue Liste der beteiligten Hochschulen befindet sich z.B. bei Schulmeister, R. (2001), S. 87,
oder unter www.oncampus.de/studienberatung/bewerbung.html.
27
Vgl. Schulmeister, R. (2001), S. 88.
28
Vgl. VFH (2002a).
29
VFH (2002b)
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