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27.05.2002
eLearning-Seminar SS 2002
Seite 6
Analysen bestehender virtueller Universitäten
2.3 Vor- und Nachteile virtueller Universitäten
Virtuelle Universitäten haben unabhängig von der zeitlichen und örtlichen Unabhängigkeit
einige Vorteile gegenüber Präsenzuniversitäten11.
Zum einen kann man unterschiedlichen Lerntypen besser entgegenkommen. So können
z.B. eher visuell orientierten Lernern animierte Graphiken angeboten werden, während text-
orientierten Studierenden verbal gestaltete Dokumente zur Verfügung gestellt werden.
Ferner vergrößert sich insbesondere bei Verbundmodellen12 das Leistungsspektrum
erheblich, was die Wahlfreiheit der Studierenden erhöht und damit auch zu zielgruppenspezi-
fisch konfigurierbaren Lehrangeboten führen kann.
Darüber hinaus ergibt sich eine Kostenreduktion durch die Vermeidung von Mehrfachar-
beit, da einzelne Elemente modular aufbereiteter Lehrveranstaltungen mehrfach verwendbar
sind.
Nachteilig gesehen werden kann eine mögliche soziale Verarmung der Studierenden. Au-
ßerdem erfordert das Online-Studium ein höheres Maß an Selbstdisziplin. Schließlich muss
auch berücksichtigt werden, dass einige wichtige Fähigkeiten, wie z.B. Rhetorik oder Präsen-
tationstechniken, an virtuellen Hochschulen überhaupt nicht vermittelbar sind.
3 Klassifikation virtueller Universitäten
Lediglich eine Minderheit der bestehenden virtuellen Universitäten wurde als unabhängige
Bildungseinrichtung neu gegründet. Die meisten basieren entweder auf klassischen Hoch-
schulen oder auf Unternehmen. Eine einheitliche Typisierung existiert in der Literatur nicht.
Ich halte die Unterteilung für sinnvoll, die ich in den folgenden Kapiteln beschreiben werde13.
3.1 Teilvirtualisierung von bestehenden klassischen Universitäten
Viele klassische Universitäten stellen Teile ihres Lehrangebots online zur Verfügung. Prä-
senz- wie auch Fernuniversitäten14, die sich ein zweites Standbein in Form von virtuellen
Studiengängen oder auch nur Online-Kursen zulegen, werden als Dual-Mode Universitäten
bezeichnet15.
Hierzu ist im Allgemeinen keine eigene Administration und auch keine Akkreditierung16 not-
wendig. Oftmals sind die Universitäten recht voreilig, sich als virtuell zu bezeichnen. Denn
schließlich gehört wie bereits in Kapitel 2 dargestellt zu einer virtuellen Universität einiges
mehr als bloß die Bereitstellung von Texten im Internet.
Ein Beispiel für diese Art von virtueller Universität ist die Harvard University Extension
School17. Sie bietet derzeit insgesamt 32 Distance-Education-Kurse an mit Themen wie z.B.
11
Vgl. Schumann, M. / Hagenhoff, S. (1998), S. 151 f.
12
Vgl. Kap. 3.3.
13
Vgl. insbesondere Bodendorf, F. (2001), S. 3 und Schulmeister, R. (2001), S. 51 ff.
14
siehe Kap. 3.2.
15
Vgl. z.B. Schulmeister, R. (2001), S. 53 und 62.
16
Vgl. Kap. 2.2.
17
www.extension.harvard.edu/distanceed/
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