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27.05.2002
eLearning-Seminar SS 2002
Seite 14
Analysen bestehender virtueller Universitäten
Lehrinhalte genutzt werden (also z.B. E-Mail, Web-Seiten, Chat etc.), für Prüfungen nur be-
dingt geeignet sein, da beispielsweise bei einer Prüfung per Online-Formular niemand
grundsätzlich die Gewissheit geben kann, dass es auf der einen Seite wirklich der Student
selbst ist, der vor dem Rechner sitzt, und dass er/sie sich auf der anderen Seite nicht der
unerlaubten Hilfe z.B. einer anderen Person oder eines Buches bedient.
Dies ist ein wunder Punkt der Distanzlehre allgemein. Die virtualisierten Fernuniversitäten
handhaben die Prüfungen wie auch bei ihren klassischen Kursen: die Studenten haben sich
zur Prüfung an einem bestimmten Ort (oder auch an mehreren, geographisch verteilten Or-
ten) einzufinden, wo ihre Identität überprüft wird und sie unter Aufsicht die Prüfung ablegen.
Die meisten virtuellen Universitäten, die auf klassischen Universitäten aufbauen, bedienen
sich ebenfalls dieser Methode. Bei der VFH48 beispielsweise finden die Klausuren in Präsenz
statt und werden verbundweit gleichzeitig geschrieben. Ggf. können auch mündliche Prüfun-
gen durchgeführt werden (näheres hierzu werden die Prüfungsordnungen enthalten, heißt
es auf der Homepage)49. Allgemein ist festzustellen, dass bei fast allen virtuellen Universitä-
ten (zumindest alle, die ich näher untersucht habe), die Präsenzphasen vorsehen, also nicht
vollständig virtuell sind, die Prüfungen in diese Phasen fallen.
Interessant wird es folglich erst bei Universitäten, die während des Studiums vollständig auf
Präsenzphasen verzichten. Da im Internet dazu keine Informationen vorhanden waren, habe
ich sowohl die WGU50 als auch die Capella University51 per E-Mail direkt danach gefragt.
Von Capella kam die kurze Antwort52: Capella has an outcome-based curriculum, which in
short, means that we [are] project orientated. Courses culminate with final projects instead of
examinations. So wird dort also diese Problematik umgangen.
Die WGU antwortete ausführlicher53. Ganz am Anfang steht dort ein pre-assessment, das
bei dem Studenten zu Hause oder im Büro durchgeführt wird. Schummeln würde hierbei kei-
ne Vorteile bringen, da das Ergebnis dieser Prüfung den Kenntnisstand des Prüflings aufzei-
gen und als Basis für die Planung des weiteren Studiums dienen soll.
Für die richtigen Prüfungen existieren mehrere Möglichkeiten. Zum einen gibt es traditionel-
le paper and pencil assessments, zum anderen ähnlich wie bei der Capella University
Projektarbeiten. Im wesentlichen wird aber die Möglichkeit des Internets genutzt, was lang-
fristig auch das einzige Medium sein soll.
Um die Prüfung abzulegen, kann der Student sich entweder zu einer vorher bestimmten Ein-
richtung (z.B. einer Universität) begeben, oder eine unabhängige Aufsichtsperson in An-
spruch nehmen. Die Einrichtung wie auch die Aufsichtsperson müssen einen Vertrag mit der
WGU unterzeichnet haben, mit dem sie sich verpflichten, eine angemessene und vor allem
sichere Umgebung bereitzustellen bzw. zu gewährleisten. Darüber hinaus muss der Student
48
Vgl. Kap. 3.3.
49
Vgl. VFH (2002a).
50
Vgl. Kap. 3.4.1.
51
Vgl. Kap. 3.4.2.
52
von Paul Kramer, Enrollment Services, Business and Technology Sales Manager,
pkramer@capella.edu, (612) 852-4718
53
durch Peg Shurtleff, Assessment Coordinator, pshurtleff@wgu.edu
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